Der Begriff „unbegrenzt“ klingt erst einmal verlockend – vor allem beim Thema Cloud-Speicher.
Viele Anbieter werben mit genau diesem Begriff. Doch wer genauer hinsieht, stellt schnell fest: Aus technischer Sicht ist Speicherplatz immer endlich. Auch wirtschaftlich wird er begrenzt, unter anderem durch Fair-Use-Regeln, Traffic-Limits oder restriktive Preisstaffelungen.
Für Privatanwender und Unternehmen lohnt sich deshalb ein kritischer Blick auf die Bedingungen hinter dem attraktiven Werbeversprechen.
Menge an Daten wächst kontinuierlich
Große Datenmengen entstehen heute nicht nur in Unternehmen. Auch private Nutzer speichern immer mehr hochauflösende Fotos, 4K-Videos oder Sicherungskopien ganzer Geräte. Ein Angebot ohne klare Begrenzung scheint für sie auf den ersten Blick ideal.
Übersehen werden dabei jedoch gerne Klauseln, die eine dauerhafte Nutzung über ein bestimmtes Volumen hinaus einschränken. So ergeben sich Drosselungen, Zusatzkosten oder im Extremfall sogar Vertragskündigungen.
Fair Use statt Fair Deal?
In den Geschäftsbedingungen vieler Cloud-Anbieter finden sich Regelungen, die sich auf eine „normale Nutzung“ beziehen. Diese ist jedoch selten konkret definiert.
Nutzer:innen, die regelmäßig große Datenmengen speichern, zum Beispiel im Rahmen automatisierter Backups, geraten schnell in Konflikt mit solchen Klauseln. Einige Anbieter behalten sich in solchen Fällen sogar vor, das Speichervolumen einseitig zu begrenzen oder Mehrkosten zu berechnen.
Transparenter agieren Anbieter, die auf ein nutzungsbasiertes Modell setzen. Die OVH Object Storage ist ein Beispiel dafür. Statt pauschaler Versprechen basiert das Angebot auf dem realen Verbrauch. Die Daten werden sicher gespeichert und lassen sich bei Bedarf flexibel abrufen. Die Kosten sind klar kalkulierbar.
Was bei der Auswahl der Cloud wirklich zählt
Bei der Wahl der passenden Speicherlösung spielen neben der Kapazität und dem Preis jedoch noch andere Faktoren eine Rolle. Zu diesen gehören die Ausfallsicherheit, die Zugriffsgeschwindigkeit, die Verschlüsselung und der Standort der Rechenzentren.
Gerade für Unternehmen oder Selbstständige, die mit sensiblen Daten arbeiten, ist es essentiell, dass die Server innerhalb der EU stehen und damit der Datenschutzgrundverordnung unterliegen. Dadurch wird gewährleistet, rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.
Eine einfache Faustregel lautet außerdem: Der Speicherplatz sollte mitwachsen, nicht vorauslaufen. Werden regelmäßig Sicherungen angelegt, ist ein skalierbares System meist eine bessere Wahl als eines mit starren Paketen. Die Kapazitäten lassen sich dann bei Bedarf erweitern, ohne sich um neue Verträge kümmern zu müssen.
Datenwachstum als generelle Herausforderung
Laut Prognosen von Experten wird das globale Datenvolumen bis zum Ende des Jahres 2025 auf rund 175 Zettabyte steigen. Diese Zahl verdeutlicht: Auch die privaten Datenströme wachsen kontinuierlich. Smartphones, Wearables, smarte Haushaltsgeräte: Sie alle produzieren täglich neue Informationen.
Daraus ergibt sich ein wachsender Bedarf an Speicherkapazität, der flexibel und nachhaltig gedeckt werden muss. Gerade bei Fotos, Videos oder Projektdateien ist nicht nur die Speicherung selbst entscheidend, sondern auch die Wiederauffindbarkeit. Moderne Speicherlösungen ermöglichen es, über die Metadaten oder automatisierte Kategorisierungen schneller auf bestimmte Inhalte zuzugreifen. Dies spart Zeit und sorgt für eine bessere Übersicht.
Schluss mit leeren Versprechen
Die Idee vom unbegrenzten Speicherplatz ist eine Illusion. In der Praxis hängt der Nutzen eines Cloud-Dienstes davon ab, wie verlässlich, transparent und flexibel er wirklich funktioniert.
Nutzer:innen, die sich auf pauschale Werbeaussagen verlassen, zahlen am Ende häufig doppelt – entweder mit Geld oder verlorenen Daten. Sinnvoller ist es also, im ersten Schritt den individuellen Bedarf zu analysieren und sich dann für ein Modell zu entscheiden, das Skalierbarkeit, Datenschutz und faire Abrechnung vereint.

